Das sind unsere Erfahrungen

Ich bin Fabian, 41 J., seit Anfang 2024 im Freundeskreis Erfolgsgeschichten

Mein Name ist Fabian, ich bin 41 Jahre jung, Ehemann und Vater zweier Söhne. Seit Anfang 2024 bin ich Mitglied im Freundeskreis Leinfelden. Ich bin seit 14 Monaten nüchtern. Heute bin Ich ein freier und selbstbestimmter Mensch.

Niemals hätte ich mich in einer Selbsthilfegruppe gesehen. Ich? Der schon immer seine Probleme mit sich selbst ausgemacht hat! Und außerdem, offen über meine Probleme oder sogar Gefühle sprechen? Nicht mein Ding - Niemals! 

Doch bei dem ersten Besuch beim Freundeskreis in Leinfelden spürte ich sofort die angenehm unaufdringliche Atmosphäre, obwohl ich noch sehr mit mir selbst beschäftigt war. Mir wurde bedingungsloses Verständnis entgegengebracht. Ein Gefühl von Zugehörigkeit und Solidarität. Ich musste mich nicht rechtfertigen oder erklären. Ich konnte einfach zuhören. 

Selbsthilfe ist für mich eine fast Magische Therapieform. Ungezwungen und heilsam. 

Doch erst einmal zurück zu den Anfängen... 

In meiner Ursprungsfamilie wurde immer getrunken. Am Ende einer Familienfeier waren die meisten Erwachsenen betrunken. Das war für mich normal.

Aufgewachsen auf dem Land, kein Dorf –u. Vereinsfest ohne Totalabsturz. Später nicht aus den Clubs der Stuttgarter Szene rauszubekommen, war mein Konsum weiterhin ungebremst mit steigender Tendenz. Auch mit Familie als zweifacher Vater habe ich ständig geschickt Gelegenheiten und Umstände geschaffen, welche es rechtfertigten zu trinken. 

Immer wieder wollte ich mir und meinem Umfeld beweisen, kontrolliert trinken zu können. Wirklich Unzählige Strategien habe ich hierfür ausprobiert. Zielführend war keine. So verging ein weiteres Jahrzehnt. 

Langsam, aber sicher erhärtete sich in mir die Erkenntnis, dass ich ein Alkoholproblem habe. Trotzdem wurde ich nicht müde meinen Konsum zu rechtfertigten und ständig zu relativieren. Fakt war jedoch, nicht ich bestimmte, wann und wieviel ich trank, sondern mein Suchtzentrum.  

Diese Umstände, zusammen mit zunehmenden Leidensdruck durch heftiger werdende, langanhaltende Kater und vor allem die immer deutlichere Kritik, Unmut und Sorge meiner Familie führten dazu, dass ich im Januar 2024 einen Termin bei der Suchtberatungsstelle in Echterdingen vereinbarte. Damit kam der Stein ins Rollen. 

Ich bin ruhiger und geduldiger vor allem im Familiären Kontext. Dadurch verbesserte sich einfach alles. Ich bin offener und authentischer geworden und fühle mich dadurch selbstbewusster.  

Dinge die ich mir vornehme, schiebe ich nicht mehr vor mir her, sondern erledige sie. 

Dieser Energie raubende graue Schleier, welcher mich ständig begleitet hat, verzog sich, da er nicht mehr von Lügen, schlechtem Gewissen, Katerstimmungen und Lippenbekenntnissen, genährt wird. 

Mein Rat

Reflektiere Dich. Mach Dich ehrlich nach innen und versuche offen zu sein nach außen um Hilfe annehmen zu können. Gehe den ersten Schritt. Melde Dich bei einer Beratungsstelle oder Freundeskreis. Was hast Du zu verlieren?! 

Heute weiß ich, dass die Angst vor dem Leben ganz ohne Alkohol, das Unvermögen sich das überhaupt vorstellen zu können, ein gemeiner Trick unseres Suchtzentrums ist, um uns bei der Stange zu halten.  

Ein selbstkontrolliertes Leben, frei von Alkohol, erhöht deine Lebensqualität um ein Vielfaches. Du lernst Dich selbst neu kennen, und zwar in einer besseren Version deiner selbst. Du wirst auf nichts verzichten müssen. Im Gegenteil, Du wirst so vieles gewinnen.