Ich bin Martin Scholz, 58 Jahre alt und seit 2022 Mitglied im Freundeskreis für Suchtkrankenhilfe Leinfelden. Erfolgsgeschichten
Seit ich abstinent bin, begann ich das Gras zu riechen, hörte die Vögel zwitschern und konnte jetzt richtig über Witze lachen, die ich vorher nicht so wirklich verstanden habe und deshalb nur albern lachte, um nicht als dumm da zu stehen.
Meine Suchtkariere begann schon im Alter von 13 Jahren. Meine Eltern hatten ein Getränkeunternehmen und da musste ich nach dem Erledigen der Schulaufgaben immer wieder aushelfen. Viele Kunden saßen auf einer Bank in unserem Geschäft und da begann man mir immer wieder mal ein Bier oder einen Schnaps anstelle von einem Trinkgeld anzubieten. In der neunten Klasse stürzte ich dann richtig ab. Ich freundete mich mit einem Klassenkameraden an, der genau wie ich dem Alkohol zusprach. Wir gingen nach der Schule schon los und kauften uns ein Bier. Am Wochenende ging es dann richtig zur Sache. Wir zogen von einem Vereinsfest zum nächsten und hörten erst auf, wenn wir im Delirium waren.
Dieses Verhalten zog sich dann durch mein ganzes Leben, bis ich die Frau meines Lebens traf. Jetzt stand ich vor der Wahl „die Sucht oder die Liebe“. Ich suchte im Internet nach Hilfe und stieß auf den Freundeskreis
Der Freundeskreis ist mir nicht nur ein Muss geworden, sondern ich habe dort viele Gleichgesinnte und neue Freunde gefunden. Ich konnte an mir erleben, wie mein Selbstvertrauen und die Grenzen des Machbaren immer größer wurden.