Immer wieder montags
Es ist Montag. Ein anstrengender Arbeitstag liegt hinter mir und ich komme erst spät aus dem Büro. Zu allem Überfluss regnet es auch noch. Nur schnell nach Hause, den Hund versorgen und etwas essen. Eigentlich möchte ich mich nur noch auf mein Sofa legen und abschalten.
Doch es ist Montag. Und Montagabend ist Gruppe. Und auch wenn ich eigentlich total fertig bin und überhaupt keine Lust mehr habe das Haus zu verlasse, raffe ich mich um fünf nach sieben auf, nehme meinen Regenschirm und gehe.
Ich frage mich kurz, warum tue ich mir das an? Die Antwort ist einfach – und auch wieder nicht: Ich bin mir wichtig! Und weil ich mir wichtig bin, tue ich etwas für mich, für mein Leben. Ich tue etwas dafür, dass ich auch weiterhin suchtfrei und zufrieden leben kann und möchte. Dazu gehört für mich der Besuch in ‚meiner‘ Gruppe.
Nach und nach füllt sich der Raum, herzliche Begrüßung. Wir sind unter Freunden.
Hier in der Gruppe darf ich die Sorgen der letzten Woche abladen. Die Probleme, die mich belasten kann ich loslassen. Die Gruppe fängt mich auf. Hier gibt man mir – wenn ich es wünsche – einen Rat oder hört mir einfach nur zu. Die Gruppe ist ein geschützter Raum.
Ich kann auch meine Freude der letzten Woche teilen. Das Gute, das ich erleben durfte und meine Erfolge, egal ob groß oder klein. Die Gruppe freut sich mit mir, was das Erlebte doppelt schön macht.
In der Gemeinschaft der Gruppe hat jeder seinen Platz - ist wertvoll. Wir sind verbunden durch die Suchterkrankung. Verstehen wovon der andere spricht, teilen Freud und Leid.
Die Zeit vergeht wie im Flug und als die Gruppe vorbei ist, bin ich wie immer froh, dass ich gekommen bin. Ich habe Kraft getankt für die Woche die vor mir liegt.
Bis nächsten Montag in der Gruppe, ich freue mich schon darauf!